LiEat

Echtes Lügenchaos

LiEat Title

Auch diesmal gibt es wieder ein Spiel aus dem japanischen Raum. LiEat von Miwasiba ist ein Kurzspiel das mit dem Wolf RPG Editor erstellt wurde und mit etwa 1 Stunde Spielzeit kurzweilige Unterhaltung bieten soll. Das Spiel selbst ist Teil einer Reihe die derzeit insgesamt 3 Teile aufzuweisen hat. Wir schlüpfen hierbei in die Rolle der Chararaktere Leo und seiner Tochter Efina ein ungewöhnliches Paar, denn Leo ist ein mysteriöser Zeitgenosse der sich als Betrüger entpuppt, während Efina ein Drache ist, der aus einem Ei schlüpfte. Ungewöhnlich an ihr ist, dass sie sich von den manifestieren Lügen der Menschen ernährt, was bei einigen Rätsel auch von großer Relevanz ist.
Ziel des Spiels ist es nämlich der Legende eines Vampirs nachzugehen und dabei stößt man auf allerlei Lügner, deren Aussagen man nur richtig entschlüsseln kann, wenn man die Lügen isst, damit nur noch die Wahrheit übrig bleibt. Das klingt zunächst nach einem sehr interessanten Konzept, allerdings ist die Umsetzung stellenweise sehr unzufriedenstellend. Das ganze Gameplay ist nämlich nicht nur sehr linear, sondern auch nicht wirklich unterhaltsam.

So ist der Spieler nahezu durchgehend orientierungslos und muss von Punkt A nach Punkt B meist nach einer festgelegten Reihenfolge gehen. Dazu sind die Dialoge teils recht anstrengend, da deren Aussagekraft stellenweise gegen 0 geht und man nur raten kann, welches Ziel als nächstes ansteht. Noch dazu gibt es sogar Logiklücken, wie z. B. die sehr leere Stadt, bei der sämtliche leere Häuser frei zugänglich sind. Zwar wird erklärt, dass es nur wenige Einwohner gibt, aber warum gibt es dann derart viele Häuser, die man frei begehen kann? Zudem gleichen sich fast alle Häuser von innen. Mehr als 5 Mal wurde exakt die gleiche Map für die Häuser verwendet, die keinen weiteren Zweck und z. B. auch keine versteckten Items aufweisen. Und wenn man schon zu Items kommt ist auch anzumerken, dass die Kämpfe keine taktische Tiefe aufweisen.

Alle Gegner lassen sich anstandslos bezwingen und selbst als angemerkt wird, dass man sich einem bestimmten Gegnertyp nicht nähern sollte, kann man diesen dank der später sehr starken Gruppenattacken problemlos niederstrecken. Das Worldbuilding selbst wirkt zumindest interessant und macht durchaus Lust auf mehr. So werden z. B. Drachen aus einem ganz bestimmten Zweck geboren und auch Leo ist eine interessante Persönlichkeit, da dessen Lügen sich nicht manifestieren obwohl er ständig lügt.

Positiv anzumerken ist der sehr individuelle Grafikstil, der mit komplett selbstgepixelten Grafiken und einem einzigartigen Farbschema auf sich aufmerksam macht. Es wurden recht kräftige Outlines mit simplen Shading kombiniert und was insbesondere heraussticht sind die Charakterartworks die teilweise sogar richtig gut animiert sind. Die grafische Qualität ist ganz klar das große Highlight des Spiels. Leider bleibt es aber auch so ziemlich das einzige Highlight.

Die Story entwickelt sich zwar und das Ende ist ebenso interessant, aber die Geschichte wirkt dennoch recht undurchdacht. Tastsächlich wäre es wohl besser gewesen, dass Spiel lieber länger zu machen und nicht alle Dialoge derart schnell abzuhandeln. Als Spieler bleibt man oft verwirrt zurück und muss erst über das Gesagte reflektieren, ehe man den Sinn genauer versteht. Zu abrupt ist das Storytelling, denn die Basis weiß durchaus zu gefallen. Hier hat man also etwas, was sehr selten vorkommt: Ein inhaltlich zu stark komprimiertes Werk.

Meist haben RPG’s eher das Problem, dass diese zu wenig Inhalt bieten und es dadurch langweilig wird. Hier hingegen scheint es eher, als hätte man viel Inhalt möglichst stark komprimnieren wollen. Dadurch wirkt das Spiel zwar nicht unbedingt langweilig, aber das Erlebnis ist auch nicht wirklich befriedigend. Nichtsdestotrotz lohnt sich ein Blick, für alle, die auf kurze RPG-Unterhaltung aus sind. Getestet wurde die englische Übersetzung von vgperson.

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